Sonntag, 25. August 2013

Welche Wucht: «What Maisie Knew»


«What Maisie Knew» (auf deutsch «Das Glück der grossen Dinge») hat mich etwas weggetischt.

Der Film ist eine Adaption einer Novelle von Henry James, die 1897 erschien und ein aktuelles Thema behandelt: Inhalt ist der erbitterte Trennungskrieg von Maisies (Onata Aprile) Eltern Susanna (sie-kann-gar-nicht-anders-als-grossartig-spielen-Julianne Moore) und Beale (Steve Coogan). Die lieben ihre 5-jährige Tochter zwar beide schon irgendwie ganz fest, aber dann doch zu wenig, um sie vor ihrem Streit zu verschonen und nicht als Spielball und Druckmittel einzusetzen. Die Eltern teilen sich die Sorge mehr schlecht als recht, und wo sie am Anfang drum streiten, wer denn nun die Kleine bei sich haben darf, passt es schon bald weder beim einen (abserbelnde Rockröhre auf Tour), noch beim anderen (Kunsthändler auf Non-Stop-Business-Trips nach England).

Die junge Nanny spielt auch noch eine Rolle, und der eiligst um das Gericht zufrieden zu stellen geheiratete Boyfriend Lincoln (Alexander Skarsgard) auch. Bald schon eine grössere als die der Eltern - und sympathischer sind sie auch noch.

Einige Wendungen in diesem Film sind etwas holprig, und manchmal etwas huschhusch erzählt. Die Eltern sind teilweise arg narzisstisch und geraten dadurch etwas flach. Aber dennoch hat er mich sehr berührt. Weil er es schafft, die ganze Geschichte auf die Perspektive des Kindes zu holen, und zwar mit einem eigenartig distanzierten Stilmittel - mit dem Fokus auf Maisies Gesicht und auf ihre Welt - ihre diversen Kinderzimmer, ihre Schulklasse, ihren Spielplatz - nicht auf Tränen und viele Worte. Was mich ganz nah an die Kleine katapultiert hat, und auch viel über die Schauspielkraft und den Ausdruck dieses kleinen Mädchens sagt.

Filmstart in der Schweiz am 12. September. Den englischen Trailer gibt es auf der Website (auf Youtube nur in zwei Teilen), den deutschen gerade hier:


Keine Kommentare: