Donnerstag, 17. Mai 2012

Alles im weissen Bereich



Was haben wir uns bei der Ankunft nach unseren Ferien in tropischen Gefilden über all das Hellgrün, die Wiesenblumen, den Frühling gefreut. Genau einen Tag lang. Gestern hat es geschneit, und heute Vormittag hat sich das Wetter so präsentiert - strahlend schön, aber Winter! Winter hat vorbei zu sein!  Schneeanzüge in Mini-Mini und in Mini-Midi habe ich schon vor der Abreise gewaschen, imprägniert und verstaut. Nichts sollte nach der Heimkehr an Winter erinnern. Weil, es ist so: Werde ich nach den Vorzügen des Berglebens gegenüber dem Stadtleben gefragt, rattern die einfach runter: Die Kinder sind viel draussen, sie spielen im Garten, im Wald, AUF der Strasse. Sie können im Winter jeden Tag Skifahren und Schlitteln, Schneemänner und Iglus bauen, rotwangig und müde die Eltern entzücken. Und im Sommer: die Seen - Wasser wie in der Karibik! Die Kids können kaum laufen, schon biken und skaten sie. Zusammengefasst: die Natur, die für die Kinder klar wunderbar ist, aber auch mir als langjährigem, eingefleischten Stadtmenschen viel mehr gibt, als ich es für möglich hielt.

Aber, immer ein aber: Sommer ist toll in den Bergen - wegen erwähnter Natur, den Grillabenden im Garten, den warmen aber nie heissen Temperaturen. Ich fand zwar auch den Sommer in Zürich toll, mit den Fluss- und Seebadis, den flirrenden Abenden in Open-Air-Bars und auf geliebten Balkonen und Dachterrassen. Ich plane schon viele Besuche mit meinen Kindern, damit sie erleben, was mich viele Jahre lang so happy gemacht hat. Meiner Meinung nach steht im Duell Stadt-Berge nach dem Sommer 1:1. Dann der Herbst. Auch in der Stadt wunderbar, aber hier, mit doch einigen Bäumen mehr: Das Licht! Das Laub! Die Luft! Stadt 1: 2 Berge. Der Winter muss nicht abgewogen werden. Ich habe viele Winter lang einen Bergler in der Stadt erlebt. Das Seufzen beim Blick aus dem Fenster. Das Checken der Web-Cam, die Sehnsucht nach "richtig" Schnee und Sonne. Stattdessen Kino, Museum, in einem warmen Café einen Nachmittag durchlesen, geselliges Restaurant-Testen - vermisse ich zwar, kann ich aber mit den Kindern auch nicht mehr so häufig, und kommt tatsächlich nicht gegen 7 Tage schlechtes Wetter (= Schneefall, also nicht schlecht, sondern notwendig) in 4 Monaten an... Stadt 1:3 Berge. Das Aber: Der Frühling ist grauenhaft, grausam schon fast. Damit meine ich die Zeit von Anfang April, wenn die Saison zu Ende ist, alle müde sind, das Dorf wie ausgestorben, es noch zu viel Schnee hat, für Spielplatzbesuche und Waldspaziergänge, bis Mitte Mai, wenn der Schnee ganz weg ist, es auch hier blüht und grünt, und die Lebensgeister langsam zurückkehren. Also die Zeit, in der Zürich auflebt, flirtet, sprüht vor Lebensenergie. Deshalb fahren wir in dieser Zeit in die Ferien, und haben gedacht, damit den Spätwinter auszutricksen. Nun zum letzten Aber: die Natur, die uns hier Abenteuerspielplatz, Outdoor-Spa und Szenerie der Extraklasse schenkt, macht halt was sie will, auch wenn das Schnee im Mai ist. Schon ok, das Duell gewinnt sie trotzdem.

Über die Ferien bald mehr. Und ab jetzt wieder regelmässige Beiträge, ich freue mich.

Fotos: Gaudenz Danuser, Weisse Arena Gruppe

Zum Schluss noch ein wenig Werbung für Films, mit meiner echten Tochter, zwei gefakten Söhnen, einem gefakten Ehemann und mir. Mehr hier. War sehr lustig.

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